Viele Eltern, Großeltern, Paten und Verwandte möchten für ein Kind etwas zur Seite legen. Für den Führerschein, das Studium, die erste eigene Wohnung oder einfach als finanzielles Polster für den Start ins Erwachsenenleben. Die Frage, wie man das am besten angeht, ist dabei oft schwieriger als der Wunsch selbst.
Dieser Artikel gibt einen Überblick über die grundsätzlichen Möglichkeiten, für Kinder Vermögen aufzubauen. Er erklärt, was ein Kinderdepot ist, worin sich die verschiedenen Wege unterscheiden und welche Fragen man vorher für sich klären sollte. Er enthält keine Empfehlung für eine bestimmte Anlage und keine Kaufberatung.
Warum das Thema so viele Menschen beschäftigt
Kinder haben beim Vermögensaufbau einen Vorteil, den Erwachsene nicht mehr nachholen können: Zeit. Zwischen der Geburt und dem 18. Geburtstag liegen 18 Jahre. Das ist ein Anlagehorizont, den viele Erwachsene für ihre eigene Vorsorge gar nicht mehr zur Verfügung haben.
Dieser lange Zeitraum ist der Grund, warum das Thema Investieren für Kinder so häufig diskutiert wird. Durch den Zinseszinseffekt können auch kleine, regelmäßige Beträge über viele Jahre zu einer spürbaren Summe anwachsen.
Gleichzeitig hat sich das Umfeld verändert. Klassische Sparformen wie das Sparbuch haben über viele Jahre kaum Zinsen gebracht, während die Inflation die Kaufkraft verringert hat. Deshalb beschäftigen sich viele Familien mit der Frage, welche Alternativen es gibt.
Die grundsätzlichen Möglichkeiten im Überblick
Es gibt verschiedene Wege, für Kinder Geld zurückzulegen. Sie unterscheiden sich vor allem in Sicherheit, Ertragschancen, Flexibilität und Risiko.
Fünf Wege im Überblick
- Sparbuch und Tagesgeld: Die klassischen Varianten. Das Geld ist im Rahmen der gesetzlichen Einlagensicherung geschützt und jederzeit oder kurzfristig verfügbar. Die Verzinsung ist allerdings variabel und lag über lange Zeiträume unter der Inflationsrate. Real kann das Guthaben dadurch an Kaufkraft verlieren.
- Festgeld und Sparverträge: Hier wird ein Betrag für eine feste Laufzeit zu einem festen Zins angelegt. Das schafft Planbarkeit, schränkt aber die Verfügbarkeit ein.
- Kinderdepot: Ein Wertpapierdepot, in dem zum Beispiel Fonds oder ETFs für das Kind gehalten werden. Es bietet langfristig höhere Ertragschancen als Sparbuch oder Festgeld, ist aber mit Kursschwankungen und dem Risiko von Verlusten verbunden.
- Versicherungsbasierte Produkte: Kinderversicherungen oder Ausbildungsversicherungen kombinieren oft Sparen und Absicherung. Sie haben häufig lange Laufzeiten und Kostenstrukturen, die man vor einem Abschluss genau verstehen sollte.
- Sachwerte: Manche Familien legen auch Gold oder andere Sachwerte für Kinder zurück, etwa in Form von Goldmünzen zu besonderen Anlässen.
Was ein Kinderdepot ist
Ein Kinderdepot, oft auch Juniordepot genannt, ist ein Wertpapierdepot, das auf den Namen eines minderjährigen Kindes eröffnet wird. Da Kinder rechtlich noch nicht voll geschäftsfähig sind, wird das Depot von den Eltern als gesetzlichen Vertretern verwaltet.
Viele Banken und Broker bieten Kinderdepots an, häufig mit denselben Konditionen wie für Erwachsene. In einem Kinderdepot können grundsätzlich dieselben Wertpapiere gehalten werden wie in einem normalen Depot, also etwa ETFs, Fonds oder einzelne Aktien.
Besonders häufig wird im Zusammenhang mit Kinderdepots über ETF-Sparpläne gesprochen. Dabei wird regelmäßig, zum Beispiel monatlich, ein fester Betrag in einen breit gestreuten Fonds investiert. Das passt zum langen Anlagehorizont und zu kleinen, regelmäßigen Beträgen.
Depot auf den Namen des Kindes oder der Eltern
Eine der wichtigsten Fragen beim Investieren für Kinder ist, auf wessen Namen das Vermögen angelegt wird. Beide Varianten haben grundlegend unterschiedliche Folgen.
Zwei Varianten
- Kinderdepot auf den Namen des Kindes: Das Vermögen gehört rechtlich dem Kind. Eingezahltes Geld ist eine Schenkung an das Kind und kann von den Eltern nicht einfach zurückgenommen oder für eigene Zwecke verwendet werden. Die Eltern verwalten das Depot, aber nur im Interesse des Kindes. Mit dem 18. Geburtstag erhält das Kind die volle Verfügungsgewalt und kann selbst entscheiden, was mit dem Geld passiert, auch wenn die Eltern andere Pläne hatten.
- Depot auf den Namen der Eltern: Die Eltern legen das Geld in einem eigenen Depot zurück und ordnen es gedanklich dem Kind zu. Das Vermögen gehört dann rechtlich den Eltern. Sie behalten die volle Kontrolle und können selbst bestimmen, wann und in welcher Form das Kind das Geld erhält.
Welche Variante passt, hängt von persönlichen Überlegungen ab. Wer Wert darauf legt, dass das Geld eindeutig dem Kind gehört, wählt eher das Kinderdepot. Wer die Kontrolle über den Zeitpunkt der Übergabe behalten möchte, wählt eher die Variante auf eigenen Namen.
Beide Varianten können auch unterschiedliche steuerliche und sozialrechtliche Folgen haben, die man vorher mit einem Steuerberater klären sollte.
Warum Zeit der wichtigste Faktor ist
Beim Investieren für Kinder ist der Anlagehorizont der entscheidende Vorteil. Ein vereinfachtes Rechenbeispiel macht das deutlich.
Rechenbeispiel: 50 Euro im Monat bei 5 Prozent pro Jahr
- Start ab Geburt (18 Jahre): 10.800 Euro eingezahlt → rechnerisch rund 17.400 Euro
- Start ab dem 10. Geburtstag (8 Jahre): 4.800 Euro eingezahlt → rechnerisch rund 5.900 Euro
Beim frühen Start ergibt sich der Unterschied von rund 6.600 Euro zwischen Einzahlung und Endbetrag allein aus der Wiederanlage der Erträge über die Zeit.
Wichtig: Die angenommene Wertentwicklung ist eine Rechengröße, keine Zusage. Kapitalmärkte schwanken, und es gibt Zeiträume, in denen Depots an Wert verlieren. Gerade wenn das Geld zu einem festen Zeitpunkt benötigt wird, etwa zum 18. Geburtstag, spielt es eine Rolle, wie sich die Märkte kurz davor entwickeln.
Fragen, die man sich vorher stellen sollte
Bevor man für ein Kind Vermögen aufbaut, hilft es, ein paar grundsätzliche Fragen für sich zu klären.
Fünf Fragen vor dem Start
- Wofür ist das Geld gedacht? Ein Polster für den Führerschein in wenigen Jahren erfordert andere Überlegungen als ein Startkapital für das Erwachsenenleben in 18 Jahren.
- Wann wird das Geld voraussichtlich benötigt? Je kürzer der Zeitraum, desto stärker wirken sich Kursschwankungen aus.
- Wem soll das Geld rechtlich gehören? Diese Frage entscheidet über die Wahl zwischen Kinderdepot und Depot auf eigenen Namen.
- Wie viel Schwankung ist akzeptabel? Wer nervös wird, wenn der Wert vorübergehend sinkt, sollte das vorher wissen.
- Wer zahlt ein? Wenn Großeltern oder Paten regelmäßig etwas beisteuern möchten, ist eine klare Struktur hilfreich.
Was dieser Artikel nicht ist
Dieser Artikel gibt einen Überblick über die grundsätzlichen Möglichkeiten, für Kinder Vermögen aufzubauen. Er empfiehlt keine bestimmte Anlageform, kein bestimmtes Produkt und keinen bestimmten Anbieter. Er sagt nicht, welche Variante für eine bestimmte Familie richtig ist.
Steuerliche Fragen, Auswirkungen auf staatliche Leistungen wie BAföG und rechtliche Gestaltungsfragen sind ausdrücklich nicht Gegenstand dieses Artikels. Dafür sind Steuerberater und gegebenenfalls Rechtsanwälte zuständig.
Häufige Fragen zum Investieren für Kinder
Was ist ein Kinderdepot?
Ein Kinderdepot ist ein Wertpapierdepot auf den Namen eines minderjährigen Kindes, das von den Eltern als gesetzlichen Vertretern verwaltet wird.
Wem gehört das Geld im Kinderdepot?
Das Vermögen gehört rechtlich dem Kind. Eingezahlte Beträge gelten als Schenkung und können nicht einfach zurückgenommen werden.
Was passiert mit dem Kinderdepot am 18. Geburtstag?
Mit der Volljährigkeit erhält das Kind die volle Verfügungsgewalt und kann selbst über das Vermögen entscheiden.
Können auch Großeltern in ein Kinderdepot einzahlen?
Grundsätzlich ja. Viele Anbieter ermöglichen Einzahlungen durch Dritte. Die Details unterscheiden sich je nach Anbieter.
Ist ein Kinderdepot sicher?
Das Depot selbst ist als Sondervermögen vom Vermögen der Bank getrennt. Die Wertpapiere darin unterliegen jedoch Kursschwankungen. Verluste sind möglich.
Was du mit diesem Wissen anfangen kannst
Du kennst jetzt die grundsätzlichen Möglichkeiten, für Kinder Vermögen aufzubauen, weißt, was ein Kinderdepot ist, worin sich ein Depot auf den Namen des Kindes von einem Depot auf den Namen der Eltern unterscheidet und warum Zeit beim Investieren für Kinder der wichtigste Faktor ist.
Wie ein Depot eröffnet wird, wie ein Sparplan funktioniert und welche Fragen du für deine Familie klären solltest, besprechen wir im Coaching bei Investment Starter, persönlich und verständlich.
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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken. Er stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar und enthält keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung für Finanzprodukte, Wertpapiere oder andere Anlagen. Die verwendeten Rechenbeispiele sind vereinfacht und dienen nur der Veranschaulichung. Investment Starter bietet Schulung und Coaching an, keine Beratung nach § 34f GewO.
