Illustration: Tortendiagramm mit fünf gleich großen Segmenten als Sinnbild für Diversifikation

Diversifikation einfach erklärt: Warum Streuung beim Investieren zählt

Es gibt einen Grundsatz, der beim Investieren immer wieder auftaucht: Man solle nicht alle Eier in einen Korb legen. Dahinter steht ein Konzept, das in der Finanzwelt Diversifikation heißt. Es gehört zu den wenigen Prinzipien, über die weitgehend Einigkeit besteht.

Dieser Artikel erklärt, was Diversifikation ist, warum sie das Risiko verringert, welche Formen es gibt und warum das Prinzip unabhängig von der konkreten Anlageklasse gilt. Er enthält keine Empfehlung und keine Kaufberatung.

Was Diversifikation ist

Diversifikation bedeutet, das eigene Kapital nicht auf eine einzige Anlage zu konzentrieren, sondern auf mehrere verschiedene zu verteilen.

Der Gedanke dahinter ist einfach. Wenn das gesamte Kapital in einer einzigen Anlage steckt und diese an Wert verliert, ist das gesamte Vermögen betroffen. Ist das Kapital dagegen auf viele verschiedene Anlagen verteilt, wirkt sich der Verlust einer einzelnen Position nur begrenzt auf das Ganze aus.

Ein Beispiel

Wer sein gesamtes Kapital in die Aktie eines einzigen Unternehmens investiert, ist vollständig vom Schicksal dieses einen Unternehmens abhängig. Wer stattdessen in einen breit gestreuten Fonds mit Anteilen an hunderten oder tausenden Unternehmen investiert, spürt die Schwierigkeiten eines einzelnen Unternehmens kaum, weil dessen Gewicht im Gesamtbild klein ist.

Warum Streuung das Risiko verringert

Der Kern der Diversifikation liegt darin, dass sich unterschiedliche Anlagen nicht immer gleich verhalten. Während eine Anlage an Wert verliert, kann eine andere stabil bleiben oder sogar zulegen.

Dieses unterschiedliche Verhalten sorgt dafür, dass sich einzelne Ausschläge im Gesamtportfolio teilweise ausgleichen. Das Ergebnis ist in der Regel eine ruhigere Gesamtentwicklung als bei einer einzelnen, konzentrierten Anlage.

Zwei Arten von Risiko

  • Spezifisches Risiko einer einzelnen Anlage, etwa dass ein bestimmtes Unternehmen Fehler macht oder insolvent wird. Dieses Risiko lässt sich durch Streuung erheblich verringern.
  • Allgemeines Marktrisiko, das den gesamten Markt betrifft, etwa eine breite Wirtschaftskrise. Dieses Risiko lässt sich durch Streuung innerhalb einer Anlageklasse nicht vollständig beseitigen.

Diversifikation ist also kein Schutz gegen alle Verluste. Sie ist ein Mittel, um vermeidbare, konzentrierte Risiken zu reduzieren.

Die verschiedenen Ebenen der Diversifikation

Streuung kann auf mehreren Ebenen stattfinden. Je nach Ebene wirkt sie gegen unterschiedliche Risiken.

Vier Ebenen der Streuung

  • Über einzelne Werte: Innerhalb einer Anlageklasse kann man auf viele einzelne Titel verteilen, statt auf wenige. Ein breit gestreuter Aktien-ETF ist das bekannteste Beispiel. Statt einzelner Aktien hält er einen ganzen Korb.
  • Über Branchen: Wer nur in eine einzige Branche investiert, ist von deren Entwicklung abhängig. Eine Verteilung über verschiedene Wirtschaftszweige verringert dieses Klumpenrisiko.
  • Über Regionen: Auch die geografische Verteilung spielt eine Rolle. Wer nur in einem einzigen Land investiert, trägt dessen wirtschaftliche und politische Risiken vollständig. Globale Streuung verteilt dieses Risiko.
  • Über Anlageklassen: Die breiteste Form der Diversifikation verteilt Kapital über verschiedene Anlageklassen hinweg, etwa Aktien, Anleihen, Gold und andere. Weil sich diese Klassen oft unterschiedlich verhalten, kann diese Streuung die Schwankungen des Gesamtvermögens weiter verringern.

Warum das Prinzip für alle Anlageklassen gilt

Diversifikation ist kein Konzept, das nur für Aktien gilt. Es lässt sich auf jede Anlageklasse übertragen, auch auf solche mit hoher Schwankung.

Bei Aktien und ETFs bedeutet Streuung, viele Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Regionen abzudecken.

Bei Gold und Edelmetallen stellt sich die Frage, welchen Anteil ein solcher Baustein am Gesamtvermögen haben soll. Gold verhält sich in manchen Phasen anders als Aktien, weshalb es als Beimischung zur Streuung beitragen kann.

Bei Kryptowährungen ist das Thema besonders relevant, weil diese Anlageklasse zu den schwankungsstärksten überhaupt gehört. Wer sein gesamtes Kapital in eine einzige, hochvolatile Kryptowährung steckt, trägt ein sehr konzentriertes Risiko. Das Prinzip der Streuung gilt hier ebenso wie überall, und die Überlegung, welchen Anteil eine so schwankungsanfällige Anlage am Gesamtvermögen einnehmen sollte, ist Teil eines soliden Grundverständnisses.

Die Grenzen der Diversifikation

So sinnvoll Streuung ist, sie hat auch Grenzen, die man kennen sollte.

Drei Grenzen

  • Kein Schutz vor dem Marktrisiko. In einer breiten Krise können viele Anlageklassen gleichzeitig fallen.
  • Zu starke Streuung wird unübersichtlich. Wer sein Kapital auf sehr viele einzelne Positionen verteilt, verliert leicht den Überblick, ohne dadurch einen zusätzlichen Nutzen zu erzielen. Ab einem gewissen Punkt bringt weitere Streuung kaum noch eine Risikominderung.
  • Kein Ersatz für Verständnis. Wer viele Anlagen hält, die er nicht versteht, hat sein Risiko nicht wirklich im Griff. Streuung ersetzt nicht das Wissen darüber, was man eigentlich besitzt.

Was du mit diesem Wissen anfangen kannst

Du verstehst jetzt, was Diversifikation ist, warum Streuung das spezifische Risiko verringert, auf welchen Ebenen sie stattfindet und warum das Prinzip für Aktien, Gold und Kryptowährungen gleichermaßen gilt.

Dieses Verständnis ist eine der wichtigsten Grundlagen für den Umgang mit jedem Vermögen. Wie eine sinnvolle Streuung für deine individuelle Situation aussehen kann, besprechen wir im Coaching bei Investment Starter.

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken. Er stellt keine Anlageberatung dar und enthält keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung für Finanzprodukte, Wertpapiere oder andere Anlagen. Investment Starter bietet Schulung und Coaching an, keine Beratung nach § 34f GewO.