Was ist Bitcoin?

Bitcoin ist eine digitale Währung, die ohne eine zentrale Kontrollinstanz auskommt. Es gibt keine Bank, keinen Staat und keine Organisation, die Bitcoin ausgibt, verwaltet oder kontrolliert. Stattdessen basiert das gesamte System auf einem dezentralen Netzwerk von Computern, die über das Internet miteinander verbunden sind.

Bitcoin wurde im Jahr 2009 von einer Person oder Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto gestartet. Bis heute ist nicht bekannt, wer sich hinter diesem Namen verbirgt. Das Grundprinzip wurde in einem neun Seiten langen Dokument beschrieben, dem sogenannten Bitcoin Whitepaper, das im Oktober 2008 veröffentlicht wurde.

Bitcoin wird mit BTC abgekürzt. Die kleinste Einheit heißt Satoshi, benannt nach dem anonymen Gründer. Ein Bitcoin besteht aus 100 Millionen Satoshi. Das bedeutet, man kann theoretisch auch sehr kleine Bruchteile eines Bitcoin besitzen oder übertragen. Diese Teilbarkeit ist ein wichtiges technisches Merkmal, das Bitcoin von physischen Vermögenswerten wie Gold unterscheidet.

Ein wesentliches Merkmal von Bitcoin ist die begrenzte Menge. Es wird niemals mehr als 21 Millionen Bitcoin geben. Diese Begrenzung ist im Code des Protokolls fest verankert und kann nicht einfach geändert werden. Neue Bitcoin entstehen durch einen Prozess namens Mining, bei dem Computer komplexe Rechenaufgaben lösen und dafür mit neuen Bitcoin belohnt werden. Mit der Zeit halbiert sich diese Belohnung alle vier Jahre, ein Ereignis das als Halving bezeichnet wird. Im April 2024 fand das vierte Halving statt. Nach aktuellem Berechnungsstand werden die letzten Bitcoin voraussichtlich um das Jahr 2140 gemint sein.

WARUM EXISTIERT BITCOIN?

Das Kernproblem, das Bitcoin lösen sollte, ist das sogenannte Double-Spending-Problem: Wie kann man verhindern, dass digitale Geldeinheiten mehrfach ausgegeben werden, ohne eine zentrale Kontrollinstanz zu benötigen? Bei physischem Bargeld ist dieses Problem automatisch gelöst: Wenn du einen Geldschein übergibst, hast du ihn nicht mehr. Bei digitalen Daten ist das anders. Eine digitale Datei kann beliebig oft kopiert werden.

Um Bitcoin zu verstehen, hilft ein Blick auf den Kontext seiner Entstehung. Das Bitcoin Whitepaper wurde im Oktober 2008 veröffentlicht, mitten in der globalen Finanzkrise. Das Vertrauen in Banken und traditionelle Finanzsysteme war auf einem historischen Tiefpunkt. Mehrere große Banken mussten mit Steuergeldern gerettet werden. Das Thema Vertrauen in institutionelle Geldverwalter war so akut wie selten.

Bitcoin löst dieses Problem durch die Blockchain, ein öffentlich einsehbares Kassenbuch, in dem jede Transaktion für immer gespeichert wird und das von tausenden Computern gleichzeitig verwaltet wird. Keine Transaktion kann rückgängig gemacht werden, ohne das gesamte Netzwerk zu überzeugen, und das ist praktisch unmöglich.

Der tiefere Antrieb hinter Bitcoin war die Idee, ein Zahlungssystem zu schaffen, das ohne Vertrauen in eine zentrale Institution auskommt. Stattdessen wird das Vertrauen in Mathematik und Kryptographie gelegt. Das ist auch der Grund, warum die Technologie als revolutionär beschrieben wird: Nicht weil sie ein neues Tauschmittel geschaffen hat, sondern weil sie ein technisches Problem gelöst hat, das Jahrzehnte als unlösbar galt.

WIE FUNKTIONIERT DIE BLOCKCHAIN?

Die Blockchain ist das technische Herzstück von Bitcoin. Der Begriff setzt sich aus zwei englischen Wörtern zusammen: Block und Chain, also Kette. Eine Blockchain ist eine Kette von Datenblöcken, in der jeder Block eine Sammlung von Transaktionen enthält.

Wenn du Bitcoin an jemanden sendest, wird diese Transaktion im Netzwerk bekannt gemacht. Tausende Computer, sogenannte Nodes, überprüfen sie anhand der Regeln des Protokolls. Wenn sie als gültig eingestuft wird, wird sie zusammen mit anderen Transaktionen in einen neuen Block aufgenommen. Dieser Block enthält auch einen kryptographischen Fingerabdruck des vorherigen Blocks, den sogenannten Hash. So wird jeder Block mit dem vorherigen verkettet.

Um einen neuen Block zur Kette hinzuzufügen, müssen Miner eine rechenintensive mathematische Aufgabe lösen. Dies wird als Proof of Work bezeichnet. Der erste Computer, der die Aufgabe löst, bekommt das Recht, den nächsten Block hinzuzufügen, und erhält dafür eine Belohnung in Form von neu erstellten Bitcoin sowie Transaktionsgebühren.

Das System ist so gestaltet, dass eine Manipulation einzelner Transaktionen nahezu unmöglich wird. Um eine alte Transaktion zu verändern, müsste man den entsprechenden Block und alle folgenden Blöcke neu berechnen, und das schneller als das gesamte restliche Netzwerk. Das erfordert mehr als 50 Prozent der gesamten Rechenleistung des Netzwerks, was als 51-Prozent-Angriff bezeichnet wird und bei Bitcoin durch die enorme globale Rechenleistung des Netzwerks als praktisch unmöglich gilt.

Eine wichtige Eigenschaft der Blockchain: Sie ist öffentlich. Jede Transaktion, die je stattgefunden hat, ist für jeden einsehbar. Was nicht öffentlich sichtbar ist, sind die Namen der Beteiligten. Stattdessen gibt es Wallet-Adressen, lange Zeichenketten aus Buchstaben und Zahlen. Bitcoin ist also nicht anonym, sondern pseudonym. Unter bestimmten Bedingungen und mit entsprechenden Mitteln können Transaktionen auf reale Personen zurückgeführt werden.

WAS SIND KRYPTOWÄHRUNGEN?

Bitcoin war die erste Kryptowährung, aber bei weitem nicht die letzte. Seit der Entstehung von Bitcoin wurden tausende weitere Kryptowährungen geschaffen. Der Begriff Kryptowährung ist ein Sammelbegriff für digitale Werteinheiten, die auf kryptographischen Prinzipien basieren.

Ethereum ist die bekannteste Kryptowährung nach Bitcoin. Sie unterscheidet sich grundlegend in ihrer Funktion: Ethereum ermöglicht sogenannte Smart Contracts, selbst ausführende Programme, die direkt auf der Blockchain laufen. Das eröffnet Anwendungsfälle weit über reine Zahlungen hinaus, in den Bereichen dezentrale Finanzprotokolle, digitale Eigentumsrechte oder automatisierte Verträge.

Stablecoins sind Kryptowährungen, die an den Wert einer Fiatwährung wie dem US-Dollar gekoppelt sind. Ihr Ziel ist Preisstabilität, im Gegensatz zur starken Schwankungsanfälligkeit von Bitcoin oder Ethereum. Stablecoins haben ihren eigenen Risikokatalog, insbesondere Fragen der Deckung und der Regulierung.

Meme Coins sind Kryptowährungen, die häufig ohne ausgeprägte technische Grundlage und überwiegend durch soziale Medien und Hype getrieben werden. Sie sind mit extrem hohen Risiken verbunden und haben kein langfristig etabliertes Nutzungsmodell.

Die Bandbreite von Kryptowährungen ist so groß, dass eine pauschale Einschätzung nicht möglich ist. Jedes Projekt hat eine andere technische Basis, andere Ziele und ein anderes Risikoprofil. Das gilt es bei jeder Auseinandersetzung mit dem Thema im Hinterkopf zu behalten.

MINING UND ENERGIEVERBRAUCH

Ein Aspekt, der bei der Beschäftigung mit Bitcoin regelmäßig thematisiert wird, ist der Energieverbrauch. Bitcoin-Mining erfordert erhebliche Rechenleistung und damit erhebliche Mengen an Strom. Das Netzwerk verbraucht nach verschiedenen Schätzungen ähnlich viel Energie wie mittelgroße Volkswirtschaften.

Die Debatte darüber ist vielschichtig. Kritiker argumentieren, dass dieser Energieeinsatz für ein digitales Zahlungsmittel unverhältnismäßig ist. Befürworter verweisen auf den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien im Mining, auf den Vergleich mit dem Energieverbrauch des traditionellen Bankensystems und auf den Sicherheitsmechanismus, den der Energieaufwand liefert.

Es gibt keine einfache Antwort auf diese Frage. Was feststeht: Der Energieverbrauch von Bitcoin ist ein reales Merkmal seines Designs, kein Nebeneffekt, der sich einfach abstellen lässt. Er ist direkt mit dem Sicherheitsmodell von Proof of Work verknüpft. Andere Kryptowährungen wie Ethereum haben auf ein alternatives Modell umgestellt, den sogenannten Proof of Stake, der deutlich energieeffizienter ist, aber andere Sicherheitseigenschaften aufweist.

BITCOIN IM KONTEXT TRADITIONELLER FINANZMÄRKTE

In den vergangenen Jahren hat sich der institutionelle Blick auf Bitcoin verändert. Einzelne Unternehmen haben Bitcoin in ihre Unternehmensbilanzen aufgenommen. Börsengehandelte Produkte auf Bitcoin wurden in mehreren Ländern, darunter die USA, zugelassen. Einige traditionelle Finanzinstitutionen bieten ihren Kunden Zugang zu Bitcoin-Produkten an.

Das bedeutet nicht, dass Bitcoin mainstream geworden ist im Sinne eines allgemein akzeptierten und stabilen Zahlungsmittels. Es bedeutet, dass der Markt sich professionalisiert hat und dass Bitcoin als Vermögenswert in institutionellen Portfolios präsent ist, was vor fünf Jahren noch kaum denkbar war.

Diese Entwicklung hat den Krypto-Markt nicht risikoärmer gemacht. Sie hat ihn stärker mit den traditionellen Finanzmärkten verknüpft, was neue Korrelationen und Abhängigkeiten mit sich bringt, die das Risikobild weiter verkomplizieren.

WELCHE RISIKEN BESTEHEN BEI KRYPTOWÄHRUNGEN?

Volatilität: Bitcoin und die meisten anderen Kryptowährungen unterliegen extremen Kursschwankungen. Kursrückgänge von 50, 70 oder sogar 90 Prozent innerhalb eines Jahres haben in der Geschichte von Bitcoin mehrfach stattgefunden. Diese Schwankungen sind kein historischer Ausnahmefall, sondern ein strukturelles Merkmal dieser Anlageklasse.

Technische Risiken: Wer Kryptowährungen besitzt, trägt die volle technische Verantwortung für die Verwahrung. Wer seinen privaten Schlüssel verliert, verliert seine Kryptowährungen unwiederbringlich. Es gibt keinen Kundendienst, keine Passwort-Wiederherstellung und keine Einlagensicherung.

Regulatorische Risiken: Der rechtliche Rahmen für Kryptowährungen verändert sich weltweit kontinuierlich. Steuerliche Regelungen, Berichtspflichten und der Status digitaler Assets in verschiedenen Jurisdiktionen befinden sich im Wandel. Was heute gilt, kann sich ändern.

Betrugsrisiken: Der Krypto-Bereich ist ein bevorzugtes Betätigungsfeld für Betrüger. Gefälschte Plattformen, Phishing-Angriffe, Ponzi-Schemata und Social-Engineering-Angriffe sind weit verbreitet. Wer sich nicht auskennt, ist besonders gefährdet. Dem Thema Krypto-Betrug widmen wir einen eigenen Artikel in dieser Reihe.

Plattformrisiken: Mehrere bekannte Krypto-Börsen und Plattformen sind in der Vergangenheit insolvent gegangen oder wurden gehackt. Nutzer, die ihre Kryptowährungen auf solchen Plattformen verwahrt haben, haben ihre Bestände teilweise vollständig verloren. Es gibt in Deutschland keine Einlagensicherung vergleichbar mit der für Bankguthaben.

Projektrisiken: Nicht jede Kryptowährung wird langfristig existieren. Projekte können scheitern, Code kann Sicherheitslücken enthalten und Netzwerke können ihre Relevanz verlieren. Die Geschichte des Krypto-Markts ist voll von Projekten, die zeitweise hohe Bewertungen hatten und heute nicht mehr existieren.

BITCOIN IM KONTEXT: WAS ER IST UND WAS ER NICHT IST

Es gibt einige verbreitete Missverständnisse über Bitcoin, die einen klaren Blick erschweren.

Bitcoin ist kein staatlich anerkanntes Zahlungsmittel in Deutschland. Er hat den Status eines privaten Vermögensgegenstands. Transaktionen in Bitcoin können steuerliche Konsequenzen haben.

Bitcoin ist nicht anonym. Transaktionen sind öffentlich und dauerhaft einsehbar. Nur die Identitäten hinter den Adressen sind nicht direkt sichtbar, können aber unter Umständen zurückverfolgt werden.

Bitcoin ist keine Geldanlage im Sinne regulierter Finanzprodukte. Es gibt keine gesetzliche Einlagensicherung, kein Aufsichtssystem vergleichbar dem für Bankeinlagen und keinen Schutz vergleichbar dem von Wertpapieren.

Bitcoin ist kein risikoloses Wertaufbewahrungsmittel. Weder der Wert noch der Zugang sind garantiert.

WAS DU MIT DIESEM WISSEN ANFANGEN KANNST

Dieser Artikel hat dir die Grundlagen vermittelt: Was Bitcoin ist, wie die Blockchain funktioniert, was Kryptowährungen als Gruppe bedeuten, welche Risiken du kennen solltest und wie der Markt heute aufgestellt ist. Das ist ein solider Ausgangspunkt für die weitere Beschäftigung mit dem Thema.

Der nächste Schritt, also die Frage, wie man praktisch vorgeht, welche technischen Entscheidungen zu treffen sind, wie man sich schützt und wie das Thema in einen persönlichen Zusammenhang eingeordnet wird, ist deutlich komplexer als die Grundlagen vermuten lassen. Genau dort setzt das Krypto-Coaching bei Investment Starter an. Wir begleiten dich strukturiert durch die Grundlagen bis hin zu einem klaren, sicheren Verständnis der für dich relevanten Aspekte.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken. Er stellt keine Anlageberatung, keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten und keine Empfehlung für oder gegen einen bestimmten Anbieter dar. Die genannten Unternehmen werden ausschließlich als Beispiele zur Veranschaulichung der Anbieterkategorie erwähnt. Investment Starter bietet Schulung und Coaching an, keine Beratung nach § 34f GewO.